Der Schneeschimmel (botanischer Name: Microdochium nivale) ist die am häufigsten vorkommende Winterkrankheit auf den Rasenflächen.

 

Hier sind die kurz gemähten Flächen wie die Greens besonders betroffen, weil die auftretenden Schadbilder das Putten negativ beeinflussen. Aber auch Tees und Fairways werden durch diese Rasenkrankheit befallen.

 

Die Infektionsgefahr für Schneeschimmel ist in der nassen und kalten Jahreszeit besonders hoch, bevorzugt bei Temperaturen von 0-8 Grad und gleichzeitiger hoher Luftfeuchtigkeit, also in dem Zeitraum von September bis März. Anders als es sich aus dem Namen vielleicht ableiten lässt, ist der Pilz nicht an das Vorhandensein einer geschlossenen Schneedecke gebunden, obwohl bei diesen Bedingungen das Risiko einer Pilzerkrankung besonders hoch ist.

 

Wie viele anderen Rasenkrankheiten auch lässt sich der Schneeschimmel nach dem Ausbruch mit chemischen Produkten bekämpfen. Allerdings sind derzeit nur wenige Mittel zugelassen, so dass bei häufiger Anwendung mit Resistenzen zu rechnen ist.

 

Vorbeugender integrierter Pflanzenschutz ist deshalb die wichtigste Maßnahme, um spätere Pflanzenschädigungen zu minimieren.

Ein idealer Nährboden für alle Pilze ist die Filzschicht der Gräser, die deshalb so gering wie möglich gehalten werden sollte. Über die Pflegesaison hinweg sind deshalb neben dem Mähen das regelmäßige Vertikutieren, Aerifizieren und Besanden der Flächen das Golfspiel zwar kurzfristig störende Pflegemaßnahmen, für die Gesunderhaltung der Gräser aber essentiell.

 

Auf den Fairways kommen größere Maschinen für die Bodenbelüftung zum Einsatz wie z.B. der „Vertidrain“ oder der „Vertiquake“. Durch die Bearbeitung mit diesen Maschinen soll das Oberflächenwasser in tiefere Bodenschichten abgeführt werden.

 

Das Ziel ist es, die Oberflächen des Rasens möglichst trocken zu halten. Der morgendliche Tau, der den Rasen erst spät im Tagesverlauf abtrocknen lassen würde, sollte deshalb täglich entfernt werden, am besten durch Abwedeln mit dafür im Handel erhältlichen peitschenähnlichen Stangen.

 

Auch das regelmäßige Entfernen von heruntergefallenem Laub reduziert das Infektionsrisiko.

 

Eine weitere krankheitsprophylaktische Maßnahme stellt die Auswahl des richtigen Düngers sowie der Düngezeitpunkt dar. Die Zellen der Pflanzen sollten möglichst hart sein, um das Eindringen der Pilzsporen in das Gewebe zu erschweren. Eine hohe Stickstoffgabe in den Herbstmonaten ist deshalb kontraproduktiv, deshalb bietet der Handel spezielle „Herbstdünger“ mit einem geringen Stickstoffanteil, dafür aber mit einem höheren Kalianteil an. Kali erhöht die Zellfestigkeit.

 

Auch sollte ein Mangan-Mangel vermieden werden, aus diesem Grund sind regelmäßige Bodenanalysen notwendig. Viele natürliche Bodenhilfsmittel wie z.B. Algenpräparate erhöhen ebenso die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen.

 

Auch eine erhöhte Schnitthöhe der Gräser in den Wintermonaten verringert eine Pilzinfektion, deshalb werden die Greens in dieser Zeit auf 5-6 mm geschnitten im Gegensatz zu den Sommermonaten, in denen sie auf 3-4 mm getrimmt werden, auch um die von den Golfern gewünschte Greens-Geschwindigkeit zu bekommen. Beim Mähen in den Wintermonaten ist die richtige Frequenz sowie der richtige Zeitpunkt zu wählen. Jeder Schnitt bedeutet eine Verletzung der Pflanze sowie ein damit verbundenes Risiko des Eindringens von Pilzsporen in die entstandenen Wunden. Von November bis März wird deshalb so wenig wie möglich bei trockenem Wetter gemäht.

 

Damit der Golfplatz zum Saisonstart im April möglichst unbeschadet aus der Winterruhe kommt, sind alle diese Maßnahmen zur Vorbeugung notwendig.

 

Wie im Gesundheitswesen gilt auch bei der Rasenpflege: „Vorbeugen ist besser als Heilen“

 

 

Dr. Gerd W. Thörner               Bernhard Voß

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