In unserer neuen Rubrik Greenkeepers Corner geben wir Ihnen wichtige Informationen und Hintergründe zum Thema Golfplatzpflege.

 

Heute beschäftigen wir uns mit dem empfindlichsten Bereiche des Golfplatzes, den „Grüns“.

 

Unsere Hubbelrather Grüns bestehen seit Jahrzehnten aus dem sehr trittfesten und konkurrenzkräftigen Straußgras (Agrostis stolonifera), auch bekannt unter dem englischen Namen Bent Grass, das im gut gepflegten Zustand für perfekte Grüns sorgt.

 

Leider hat sich in den letzten Jahren ein unliebsamer Gast, die Einjährige Rispe (Poa annua), auf unserem Golfplatz eingeschlichen, eine Grasart, die an jedem Straßen- und Feldrand steht, auch bei kühler Witterung wächst und zwischen Mai und Juni blüht. Wie kommt es aber dazu, dass diese schnellsamende und schnellwachsende Pflanze sich auf unseren Grüns einnisten kann?

 

Ein auf dem Grün landender Golfball hinterlässt ein Balleinschlagloch (Pitchmarke oder Ball Marke), das wie eine kleine Verletzung wirkt. Wird diese Pitchmarke nicht innerhalb weniger Minuten geschlossen, können Samen der schnell wachsenden Einjährigen Rispe in diese „offenen Wunden“ hineingetragen werden, die innerhalb von 24 Stunden keimen und Wurzeln bilden und das Straußgras verdrängen. Aufgrund des schnellen Wachstums der Einjährigen Rispe gegenüber dem Straußgras bilden sich Flecken auf den Grüns und eine holprige, nicht  spurtreue Grünoberfläche entsteht, was zu verschobenen Putts führt, die kein Golfer haben möchte.

Abhilfe kann geschaffen werden, in dem jeder Golfer sofort seine Pitchmarke entfernt und ggf. noch weitere Pitchmarken auf dem Grün ausbessert. Dadurch können sich einerseits die Schadstellen des Straußgrases auf dem Grün erholen und bieten sich andererseits der Rispe keine Möglichkeit, sich in den Wunden einzunisten.

 

Wenn jedoch die Pitchmarken von den Greenkeepern häufig erst am nächsten Tag beseitigt werden können, ist der Schaden bereits gegeben. Selbst wenn eine Pitchmarke nur eine Stunde unrepariert bleibt, dauert es 4 Wochen und länger, bis sich eine Schadstelle vollständig erholt.

Somit heißt es nicht über die Greenkeeper oder die schlechten Grüns schimpfen, sondern selber Hand anlegen, so wie es auch die Golf-Etikette vorschreibt. Wenn jeder Golfer sich nur 5 Sekunden Zeit nehmen würde, um eine Pitchmarke zu reparieren, egal ob es eine eigene Pitchmarke oder die eines Mitspielers ist, dann würden sich die Grüns in einem besseren und gesunden Zustand präsentieren. Das Grün dankt es Ihnen bereits nach 24 Stunden, denn schon dann ist von der ausgebesserten Stelle nichts mehr zu sehen.

 

Die Qualität unserer Grüns ist also in hohem Maße von unserem eigenen Verhalten abhängig. Wenn wir gute Grüns wollen, dann können wir dieses nicht alleine den Greenkeepern überlassen, bis diese nach Stunden alle Pitchmarken repariert haben, sondern müssen dieses selber sofort erledigen.

 

Daher sollte es für jeden Golfer eine Selbstverständlichkeit sein, immer eine Pitchgabel mit sich zu führen und diese auf jedem Grün einzusetzen. Verhalten Sie sich wie ein guter, erfahrener Golfspieler und nehmen Sie sich zukünftig ein paar Sekunden Zeit, um offene Wunden auf den Grüns zu beheben. Bringen Sie auch Ihren Mitspielern bei, sich so zu verhalten.

 

Somit helfen Sie uns allen, unseren Golfplatz in einem Top-Zustand zu hinterlassen und Sie erzielen einen besseren Score auf Ihren zukünftigen Runden.

 

Lutz Meyer-Reißenweber

Achim Winkler

Dr. Gerd W. Thörner

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