Die Pflegebedingungen auf den Golfplätzen haben dieses Jahr viele Greenkeeper in Deutschland vor besondere Herausforderungen gestellt.

 

Im Frühjahr blieb der notwendige Regen für viele Wochen aus, so dass sich die Winterschäden auf vielen Golfanlagen erst spät regenerieren konnten, die Temperaturen waren schon im Mai sehr hoch und zeitweise vorherrschender Wind hatte die Böden zusätzlich ausgetrocknet.

 

Die Monate Juli und August brachten dann die Wende, hier sorgten viele Tiefdrucksysteme für teils ergiebigen Niederschlag. So wurde zeitweise nicht nur der Turnierplan durcheinandergewirbelt, große Probleme hatten insbesondere die Greenkeeper, die mit ihren Maschinen die Spielflächen pflegen mussten.

 

Nach Niederschlägen von teilweise über 40 Liter/m² innerhalb von 24 Stunden waren die Böden teilweise so stark aufgeweicht, dass ein Mähen zeitweise nicht durchgeführt bzw. abgebrochen werden musste. Im Golf Club Hubbelrath wurden im Monat Juli 186 Liter Niederschlag, im August 77 Liter auf den Quadratmeter gemessen.

 

Bei den gleichzeitig relativ hohen Tages- und Nachttemperaturen war das Wachstum der Gräser ungebremst und widerlegte alle Hinweise in den Lehrbüchern, dass eigentlich die Wachstumskurve der Gräser in den Hauptsommermonaten nach unten tendiert.

 

Wenn Mäharbeiten witterungsbedingt ausfallen mussten, war der Aufwuchs der Pflanzen bis zum nächsten Schnitt überproportional hoch, so dass die Maschinen das Schnittgut nicht richtig verteilen konnten und es teilweise in Klumpen liegenblieb. Dieses optische und spielerische „Hindernis“ musste teilweise arbeitsintensiv aufgenommen werden bzw. mit großen Gebläsen gleichmäßig verteilt werden.

 

Die nassen Böden und das durch Nässe verklebte Schnittgut erschwerten diese Arbeit zusätzlich, war es doch oberstes Gebot, die Spielflächen zu schonen und zusätzliche Beschädigungen und Verdichtungen der Bodenoberfläche durch die Maschinen zu vermeiden.

 

Bei vielen Turniere hieß es deshalb: „Besserlegen“.

 

Der ständige Wechsel von Hoch- und Tiefdruckgebieten hat über diesen Zeitraum die Gräser sehr geschwächt, so dass das Risiko einer Pilzinfektion bei diesen feuchten Wetterbedingungen überproportional angestiegen ist.

 

Über Nacht traten plötzlich die Rasenkrankheiten „Anthracnose“ und „Dollarspot“ auf, die teilweise langwierige Schäden auf den Rasenflächen und hier insbesondere auf den Greens verursachen können.

 

Die Schäden waren teilweise so immens, dass der Deutsche Golf Verband und der Greenkeeping Verband Deutschland in einem Rundschreiben an alle deutschen Golf Clubs auf die aktuellen Probleme auf Golfplätzen, Sportplätzen und sogar in den Bundesligastadien hingewiesen hat, mit dem deutlichen Hinweis, dass derzeit nur zwei chemische Präparate nach §17 des Pflanzenschutzgesetzes zugelassen sind, diese jedoch in der Anzahl der Anwendungen limitiert sind sowie teilweise mit der Zeit zu Resistenzen führen können.

 

Aufgrund der Gesetzesvorschriften müssen die Golf- und Sportanlagen dazu übergehen, den „Integrierten Pflanzenschutz“ zu einem Eckpfeiler ihres Pflegeprogramms zu machen, das heißt, dass die Vorbeugung und die Vermeidung/Reduzierung von Rasenkrankheiten höchste Priorität hat.

 

Mechanische Maßnahmen wie Vertikutieren, Aerifizieren und Sanden, also Bodenbearbeitungsarbeiten, die die Filzschicht reduzieren und einen besseren Gas- und Wassertransport ermöglichen, müssen intensiviert werden, um den durch Pilze verursachten Rasenkrankheiten im Vorfeld entgegenzuwirken, Maßnahmen, die während der Spielsaison einen negativen Einfluss auf das Spielgeschehen haben, die aber notwendig sind für eine nachhaltige Golfplatzpflege und gesunde Rasenpflanzen.

 

Die veränderten Klimabedingungen stellen die Greenkeeper jedes Jahr mehr vor neue Herausforderungen.

 

Der Golf Club Hubbelrath beteiligt sich bereits seit 2009 am Klimafolgenmonitoring der Landeshauptstadt Düsseldorf und ist hier Monitoring-Standort unter der Leitung von Dr. Ulf Schmitz.

(http://www.ulfschmitz.de/Klimafolgenmonitoring_Duesseldorf_2016_Gesamtgutachten.pdf)

 

 

Dr. Gerd W. Thörner               Bernhard Voß

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