Der Golf Club Hubbelrath ist ein einzigartiges Landschaftsbiotop, dessen Flächen nicht nur dem Golfspiel zur Verfügung stehen und aus diesem Grunde intensiv gepflegt werden, sondern in dem ein großer Flächenanteil den Entwicklungsmöglichkeiten von Flora und Fauna freien Raum lässt.

 

Während auf den Spielflächen teilweise bedarfsgerechte Düngungen vorgenommen werden müssen, um die Grasnarbe möglichst dicht und gesund zu erhalten, wird auf den extensiv genutzten Flächen auf Düngemittel und Pflanzenschutz vollkommen verzichtet.

 

Flächen, die nicht spielrelevant sind, werden im Golf Club Hubbelrath nach und nach in Magerwiesenflächen umgewandelt, auf denen sich in den vergangenen Jahren auf einer Gesamtfläche von ca. 50.000 m² eine Artenvielfalt von Wildkräutern und Wildblumen entwickeln konnte, von denen einige sogar den Rote-Liste-Arten NRW angehören.

 

Im Rahmen des Maßnahmenkataloges für eine weitere Gold-Re-Zertifizierung beim Qualitäts-Managementprogramm „GOLF & NATUR“ im Jahr 2018 wurde eine Erweiterung der vorhandenen Flächen um weitere ca. 2000 m² neben den Abschlägen der Bahn 6 und 12 Ostplatz sowie im Pitchinggreen-Bereich beschlossen.

 

Um ideale Standortvoraussetzungen für die gewünschte Artenvielfalt zu erreichen, ist ein Mangel an Stickstoff im Oberboden die Grundvoraussetzung für die Etablierung und Entwicklung von Wildkräutern und Wildblumen.

 

Aus diesem Grunde müssen vor einer Einsaat die vorgesehenen Flächen abgemagert werden, auch wenn in den Jahren zuvor dort auf Düngergaben verzichtet worden ist. Beim Mähen der Flächen ist in der Vergangenheit nämlich durch Lufteintrag und durch das anfallende Schnittgut, das auf den Flächen verblieb, dem Boden immer wieder Stickstoff zurückgeführt worden.

Deshalb hat das Greenkeeping-Team des Golf Club Hubbelrath bei der Saat-Vorbereitung der geplanten ca. 2.000 m² neuen Magerwiesenflächen die vorhandene Grasnarbe mit der Schaufel eines Minibaggers abgetragen und anschließend abtransportiert. Auf diese Weise wurden bei diesem Arbeitsgang gleichzeitig problematische Wurzelunkräuter wie Quecke und Weißklee beseitigt.

 

Anschließend wurde auf die Flächen eine ca. 5-7 cm starke Schicht aus groben Rheinsand aufgetragen und dieses Material mehrfach mit einer Kreiselegge in den vorhandenen Oberboden eingearbeitet und anschließend planiert. Dadurch wurde der Nährstoffanteil im Saat-Bett deutlich reduziert und durch das Einarbeiten des Sandes der zukünftige Feuchtigkeitsgehalt der oberen Bodenschicht deutlich reduziert. Magerwiesen besitzen nämlich eine hohe Trockenheitsresistenz, so dass sich nicht andere dominante, Feuchtigkeit liebende Grasarten und Pflanzen etablieren können. Eine Verdrängung der Wildkräuter und Wildblumen wird somit verhindert und deren Konkurrenzkraft gestärkt.

Nach der Vorbereitung der Saatfläche konnte sich der gelockerte Boden ca. 3 Wochen setzen.

 

Für die Aussaat wurde in Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde der Landeshauptstadt Düsseldorf eine Blumenwiesen- bzw. Mager- und Sandrasen-Mischung gewählt, die den regionalen Standortverhältnissen entspricht. Nach der Etablierung der Pflanzen werden die Flächen Rückzugsgebiete vieler gefährdeter Arten sein.

 

Bei der zukünftigen Pflege wird die einschürige Mahd bzw. die Schafbeweidung zur Anwendung kommen

 

 

Bernhard Voß             Dr. Gerd W. Thörner

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