Wie bereits berichtet, befinden sich mehrere alte Streuobstwiesen auf dem Clubgelände. Gerade jetzt im Herbst fallen sie mit ihren leuchtenden reifen Äpfeln und Birnen auf. Als wichtige Landschaftselemente und bedeutende Lebensräume für seltene Pflanzen- und Tierarten wurden darüber hinaus weitere Obstwiesen und Baumgruppen aus Obstbäumen durch den Golfclub angepflanzt.   Hofnahe Streuobstwiesen sind typisch für die Gegend. Die Streuobstwiese ist die traditionelle Form des Anbaues für Wirtschaftsobst. Die Wiesen sind geprägt durch hochstämmige Obstbäume unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Arten und Sorten. Streuobstwiesen bedeuten darüber hinaus die landwirtschaftliche Mehrfachnutzung einer Fläche. Sie dienen der Obsterzeugung und werden zudem im Sommer als Mähwiese oder als Viehweide genutzt. In diesem Fall ist jedoch ein Verbissschutz für die Bäume unerlässlich.   Der Name rührt nicht etwa daher, dass Obstbäume verstreut auf einer Wiese stehen. Da der Bewuchs der Wiesen durch die Beschattung der Bäume und deren Laubfall im Herbst weniger gut als Heu nutzbar ist, wurde das Mähgut zusammen mit dem Laub als Wintereinstreu für die Stallungen verwendet.   Die Sortenvielfalt hat stets einen regionalen Bezug. Die Auswahl der Sämlinge, die für spezielle Regionen besonders geeignet sind und anschließende Festigung der Sorten durch Veredlung, führte zu einer sehr hohen Spezialisierung an unterschiedliche Standorte und Nutzungen. Insgesamt sind so zum Beispiel über 3.000 Apfelsorten in Mitteleuropa entstanden und bekannt geworden.   Typische Sorten im Niederbergischen Hügelland sind unter anderem die von Zuccalmaglios Renette, der Rheinische Bohnapfel, die Rheinische Schafsnase, der Eifeler Rambur, der Dülmener Rosenapfel, der Gravensteiner, der Boskoop, der Rote Berlepsch, die Rote Sternrenette, der Apfel von Croncels und der Schöne aus Nordhausen.   Diese Sorten spiegeln auch die genetische Vielfalt wieder, die nur durch Selektion aus dem Wildapfel herausgezüchtet wurde.

Obwohl die Streuobstwiese aus nur zwei Pflanzenstockwerken, den Bäumen und der eigentlichen Wiese besteht, können dort zwischen 2.000 und 5.000 Tierarten beheimatet sein. Überwiegend handelt es sich dabei um Insekten, wie Käfer, Wespen, Hummeln und Bienen. Darüber hinaus ist die Vielfalt der Spinnentiere und Tausendfüßer groß. Auch sind Streuobstwiesen Lebensraum vieler seltener Vogelarten. Der Steinkauz brütet in Höhlen unter anderem älterer Obstbäume und benötigt die kurzgrasigen Wiesenflächen um Käfer, Regenwürmer und Mäuse zu erbeuten. Der Gartenrotschwanz profitiert von der Vielfalt an Insekten, die er als Nahrung benötigt.
 
Auch bei den Säugetieren gibt es Arten, die besonders gerne in Obstwiesen leben. Der Gartenschläfer, ein Verwandter des Siebenschläfers, frisst gerne Obst und lebt ebenfalls in Baumhöhlen. Beide Arten kommen auf dem Golfplatz vor.
 
Heute gehören Streuobstwiesen zu den am stärksten gefährdeten Biotopen Mitteleuropas, da die Fläche der Streuobstwiesen und damit auch die Zahl der Obstbäume in Deutschland und Mitteleuropa zwischen 1965 und 2000 um ca. 70 % zurückgegangen ist, deren verbliebene Bestände ausgedünnt und vergreist sind. Absterbende Bäume werden nicht mehr nachgepflanzt und bestehende Bestände kaum gepflegt.
 
Der Erhalt der Obstbestände ist daher dauerhaft eine wichtige Aufgabe, der sich unser Club widmet. Die Initiative, die vorhandenen Streuobstwiesen zu pflegen, zu ergänzen und darüber hinaus sogar neue Standorte anzulegen, ist hoch einzuschätzen.
 
Dr. Gerd W. Thörner und Dipl.-Geogr. Tobias Krause

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Der Gartenrotschwanz (Dez.-März 2011)

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Silber Zertif. "GuN" (Jan.-März 2010)

Der Steinkauz (Sept.-Dez. 2009)

Aushagerungsflächen (Juli/August 2009)

Die Skudde (Mai/Juni 2009)

Bronze Zertif. "Golf und Natur" (Juni 2009)

Die Schleiereule (März/April 2009)

Umw.-proj. "Golf u. Natur" (Jan/Feb 2009)

Der Eisvogel (Nov/Dez 2008)

Der Zugvogel (Sep/Okt 2008)

Streuobstwiesen (Juli/Aug 2008)

Golfsport u. Naturschutz (Mai / Juni 2008)

Der Vogelgesang (März / April 2008)

Fließgewässer (Jan / Feb 2008)

Rotbuchen (Nov / Dez 2007)

Der Sandberg (Sept / Okt 2007)

Die Linde (Juli / Aug 2007)

Das ökologische Herz (Mai / Juni 2007)

Die Eiche (März / April 2007)

Orkan "Kyrill" (Jan / Feb 2007)

Die Gattung "Sorbus" (Nov / Dez 2006)

Streuobstwiesen (Sept / Okt 2006)

Die Artenvielfalt (Juli / Aug 2006)

Frühlingserwachen (März / April 2006)

Feldgehölze und Hecken (Jan / Feb 2006)

Die Teiche Hubbelrath (Nov / Dez 2005)

Der Naturraum des Golfclubs (Sept / Okt 2005)

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