"Hier sieht man Fritz, den muntern Knaben,

Nebst Huckebein, dem jungen Raben.

Und dieser Fritz, wie alle Knaben,

Will einen Raben gerne haben."

 

Damit wir uns gleich richtig verstehen, dieser Artikel erübrigt nicht, dass Sie das Buch: „Rabenschwarze Intelligenz. Was wir von Krähen lernen können“ von Josef H. Reichholf selbst lesen. Wir wollen uns heute mit Dohle, Rabenkrähe und Kolkrabe beschäftigen, den drei schwarzen Rabenvögeln, die nunmehr in Düsseldorf vorkommen. Die zu den Singvögeln zählenden Raben- beziehungsweise Krähenvögel sind uns Menschen im Grunde genommen suspekt. Die schwarze Farbe des Gefieders und der Augen, dazu ihr in der Regel neugieriges und beobachtendes Verhalten, sind uns nicht geheuer. Nicht umsonst verwendet Alfred Hitchcock überwiegend Krähen in seinem Triller „Die Vögel“. Auch das Lied: „Die Krähe“ aus der Winterreise von Franz Schubert skizziert den düsteren Charakter, den wir mit diesen Tieren verbinden.

 

Genau damit möchte Josef Reichholf in seinem Buch aufräumen. „Was möchte ich mit diesem Buch bezwecken?“, fragt er sich selbst. Als Antwort gibt er an, das Buch sei ursprünglich als Zusammenfassung von Erlebnissen mit Krähenvögeln konzipiert worden. Erst während des Schreibens habe sich dann die Problematik des menschlichen Umgangs mit den Vögeln herauskristallisiert.

 

Dohlen sind die kleinsten dieser schwarzen Gesellen bei uns. Sie leben gerne gesellig und brüten in lockeren Kolonien an Kirchtürmen, Burgen aber auch in Baumhöhlen großer Bäume. Wir finden sie also an der Kaiserpfalz in Kaiserswerth genauso, wie in den großen Platanen im Hofgarten hinter dem Opernhaus. Mit ihrem etwas heller grauen Hals und den blauen Augen sind sie leicht von ihren größeren Verwandten zu unterscheiden. Auch Ihr Ruf, ein hohes kjak, kjak, erinnert nicht an das Krächzen der Rabenkrähen oder die tiefen Bassrufe des Kolkraben. Die Dohle ist in Düsseldorf dadurch bekannt geworden, dass die Tiere gelernt haben, den frisch verlegten Rollrasen am Kö-Graben umzudrehen, um die darunter befindlichen Regenwürmer zu fressen.

 

Ähnliches haben inzwischen Rabenkrähen auf den Friedhöfen gelernt. Sie ziehen frisch gepflanzte Blumen aus dem Boden, weil auch an deren Ballen ebenfalls gerne Regenwürmer oder Schnecken hängen und leicht erbeutet werden können. Rabenkrähen haben aber eine ganz andere Fortpflanzungsstrategie. Sie brüten paarweise in streng bewachten Brutrevieren. In diesen Revieren dulden die Paare, die lebenslang verpaart sind keine anderen Rabenkrähen und vertreiben in Nestnähe auch Elstern und Eichelhäher. Die nichtbrütenden Jungvögel leben in größeren Trupps zusammen, zumeist in der offenen Feldflur, wo sie nicht von Brutpaaren vertrieben werden. Diese Trupps können mehrere hundert Tiere groß sein. Somit wird der Bestand der Tiere oft überschätzt, denn die Zahl der Brutpaare bleibt durch die limitierte Zahl der Reviere annähernd gleich. Von den Nichtbrütern werden in Deutschland in jedem Jahr mehrere hunderttausend Tiere geschossen. Dies ändert aber nichts an den Brutbeständen, im Gegenteil, im Moment hat es eher den Anschein, dass die Jäger die Bestände immer wieder „gesund schießen“, da sie die Konkurrenz zwischen den Brutvögeln und den Nichtbrütern zu Gunsten der Brutvögel beeinflussen.

 

Der mit fast 1,5 Metern Flügelspannweite etwa bussardgroße Kolkrabe wurde vom Menschen so stark verfolgt, dass er lediglich in extrem gering durch Menschen besiedelten Teilen Ostdeutschlands sowie in den Alpen überlebte. Im Jahr 1915 soll das letzte Brutpaar in Düsseldorf-Urdenbach geschossen worden sein. Erst genau hundert Jahre später im Frühjahr 2015 gelang der Nachweis eines revieranzeigenden Paares im Aaper Wald. Inzwischen sind die Vögel regelmäßig im Düsseldorfer Osten und auch in Hubbelrath zu sehen. Es ist davon auszugehen, dass diese Art kurzfristig wieder zu den Brutvögeln Düsseldorfs zählen wird.

 

Zum Schluss soll noch kurz die Saatkrähe Erwähnung finden. Diese Art unterscheidet sich durch die weiße Schnabelbasis von der etwa gleich großen Rabenkrähe. Die Tiere bilden in der Brutzeit Kolonien von Nestern in Baumgruppen. Da diese Art in Düsseldorf nicht als Brutvogel vorkommt, wird sie hier überwiegend im Winterhalbjahr als Durchzügler oder Gastvogel festgestellt.

 

Sollte nun Ihr Interesse an den Krähenvögel geweckt sein, dann empfehlen wir die ausführliche Lektüre des besagten Buches von Josef Reichholf.

 

 

Dr. Gerd W. Thörner und Dipl.-Geogr. Tobias Krause

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