Seit dem Jahr 2009 werden die Tag- und Nachtfalter auf dem Golfplatz intensiv untersucht. Bisher sind etwa 240 verschiedene Schmetterlingsarten auf dem Gelände des Golfplatzes Hubbelrath nachgewiesen worden, die allermeisten davon Nachtfalter. Unter den sogenannten „Motten“ finden sich viele bunt gefärbte Formen mit wunderschönen Farbmustern, darunter seltene und gefährdete Arten.

Die Flügel sind zitronengelb, dazu kommen violette Flecke und Bänder: Auf den ersten Blick sind sie besonders auffällig. Im herbstlich gefärbten Laub der Sträucher und Bäume aber sind die Eulenfalter aus der Gattung Xanthia (gr. „xanthos“ = gelb) perfekt getarnt. Die unter Schmetterlingskundlern als „Gelbeulen“ bekannte Gruppe umfasst in unserer Region etwa ein halbes Dutzend Arten, fünf davon  finden auch auf dem Golfplatz ein Auskommen. Alle Gelbeulen leben als Raupe an Gehölzen, Xanthia togata lebt an Weide, Xanthia aurago  an Buche, Xanthia ocellaris und Xanthia icteritia an Pappel und Weide, die seltene Xanthia citrago an Linde. 

Herbsteulen beobachten ist ganz leicht, und kann in jedem halbwegs naturnahen Garten ausprobiert werden. Am liebsten saugen die Falter nachts an süßem, leicht gärendem Obstsaft, zum Beispiel an verschrumpelten Brombeeren, von Wespen angefressenen Äpfeln und Birnen, eingetrockneten Hagebutten und anderen eingetrockneten Früchten. Auch künstlich hergestellte Köder werden gerne angenommen, erste Regel dabei: Ohne Alkohol läuft nichts! Äthanol ist der Trägerstoff für die Aromen der Früchte, die durch ihren Duft die Falter aus der Umgebung heranlocken. 

Ein Glas Rotwein oder Bier, im Verhältnis 1/1 vermischt mit Zucker, dazu etwas Apfelmus: fertig ist der Lockstoff, den man in der Dämmerung mit dem Pinsel an Baumstämme oder Zaunpfosten streichen kann. Die angestrichen Stellen werden etwa eine Stunde nach Sonnenuntergang mit der Taschenlampe kontrolliert, dann ist die Party der Herbst-Eulen meist voll im Gange. In einem naturverträglich angelegten Garten und auch auf dem von verschiedensten Gehölzen umsäumten Golfplatz versammeln sich an milden Herbstabenden oft zahlreiche Falter an den Köderplätzen, und sitzen dann leicht angesäuselt stundenlang an der Tränke. Die Köderstellen wirken mehrere Tage, bei

trockenem Wetter oft Wochen hintereinander. Auch Tagfalter werden angelockt: C-Falter und Admiral sind regelmäßige Gäste an sonnigen Herbsttagen, ebenfalls auf der Suche nach Zucker und Alkohol.

Eulenfalter: „Nützlinge“ oder „Schädlinge“

Schmetterlingsraupen fressen Blätter und Blüten, und auch die Herbsteulen machen da keine Ausnahme. Beobachtet man einmal seine Gartensträucher genau, stellt man fest, dass ein erheblicher Teil der grünen Blattmasse im Lauf eines Jahres in den Mägen von Raupen, Käfern, Schnecken, Blattwespen und  anderen Insekten landet. Besonders auffallend sind zum Beispiel die einheimischen Gespinstmotten, die regelmäßig im Juni auf den Sträuchern von  Weißdorn und Pfaffenhütchen marodieren, und diese dabei völlig kahl fressen.


„Schaden“ entsteht aber selbst bei Massenvermehrungen keiner, nach vier Wochen ist alles wieder grün und die Büsche stehen voll im Laub.  „Nutzen“ haben von den vielen Raupen allerdings die Vögel im Frühjahr. Ohne Raupen an den Blättern der Büsche und Bäume brüten weder Kohl- und Blaumeise noch Star und Spatz: Schmetterlingsraupen und – eier sind im Sommer und Winter die Basis der Nahrungspyramide für die einheimische Vogelwelt.

Schmetterlingsschutz auf dem Golfplatz

Die intensiv genutzten Spielbahnen sind als Lebensraum für Schmetterlinge nicht geeignet. Die zahlreichen Hecken und Feldgehölze aus verschiedensten Strauch- und Baumarten  jedoch bieten für viele „Motten“- Arten durchaus gute Lebensbedingungen.  Wichtig sind  dabei schonende, d.h. seltene und nur abschnittsweise durchgeführte Pflegemaßnahmen. Das bei der Heckenpflege anfallende Holz sollte abtransportiert und nicht etwa vor Ort gehäckselt werden, sonst bilden sich am Boden ausgedehnte nährstoffreiche, feucht-kühle Brennnesselfluren aus -  die Schmetterlinge lieben es eher mager, sonnig, trocken und warm. Ein der Hecke vorgelagerter, einige Meter breite  Saum, in der Gräser und krautige Pflanzen über mehrere Jahre ungestört blühen und Samen bilden können, fördert die Artenvielfalt enorm.

Die Schmetterlingsuntersuchung auf dem Gelände des Golfplatzes in Hubbelrath ist Teil der Untersuchungen im Rahmen des „Klima-Monitorings“ der Stadt Düsseldorf. Dabei wird auf verschiedenen Probeflächen im Stadtgebiet die Veränderung der Pflanzen- und Tierwelt über mehrere Jahre hinweg beobachtet. Der Westplatz als höchstgelegener Punkt des Stadtgebiets liegt dabei an der Nahtstelle zwischen  Rheinland und Bergischen Höhen, hier sollten sich Ausbreitungsbewegungen in  der Tierwelt besonders gut beobachten lassen.

 

Autor: Dipl. Biol. Armin Dahl, Spörkelnbruch 12a, 42781 Haan

www.heidelandschaft.de

Gold-Umweltzertifikat

3. Gold-Rezertifizierung beim Qualitäts-Management-Programm „GOLF & NATUR“ (Oktober 2016)

2. Gold-Rezertifizierung beim Qualitäts-Management-Programm „GOLF & NATUR“ (September 2014)

1. Gold-Rezertifizierung beim Qualitäts-Management-Programm „GOLF & NATUR" (Okt.-Dez. 2012)

Gold für Golf Club Hubbelrath (November 2010)

 

 

Golf Wildlife Archiv

Klimafolgenmonitoring

Magerwiesen – Blütenpracht durch Nährstoffarmut

Die Trockenmauern im Golf Club Hubbelrath

Wachstumsfaktor Licht: Voraussetzung für einen gesunden Rasen

Großpilze der Golfanlage Düsseldorf-Hubbelrath
PDF-Download

Obstsortenbestandsliste
PDF-Download

Floren- und Vegetationskartierung Ostplatz 2014, Westplatz 2015
PDF-Download

Landschaftsplan der Landeshauptstadt Düsseldorf

Krähenvögel in Düsseldorf (Juli - Sept. 2015)

Die Vogelwelt des Golfplatzes Hubbelrath (April - Juni 2015)

Neupflanzungen nach Orkan Ela (Jan. - März. 2015)

Eulen in Hubbelrath (Okt. - Dez. 2014)

Floren- und Vegetationskartierung Ostplatz 2014, PDF-Download

Das ökologische Herz Teil II (Juli - Sept. 2014)

Ringelnattern auf dem Golfplatz (April-Juni 2014)

Picus viridis, der Grünspecht (Jan.-März 2014)

Pilze auf dem Gelände des Golf Clubs Hubbelrath (Okt.-Dez. 2013)

Naturerlebnis (Juli-Sept. 2013)

Weißstörche in Hubbelrath? (April-Juni 2013)

Die neuen Übungsanlagen (Jan.-März 2013)

Herbst-Eulen - bunte Motten auf dem Golfplatz (Jul.-Sept. 2012)

Warum werden Vögel beringt? (April-Juni 2012)

Der Sodengarten 2012 (Jan.–März 2012)

Apfelfest 2011 (Okt.-Dez. 2011)

Bemerkenswerte Pflanzen auf der Driving Range (Juli-Sept. 2011)

Flora und Fauna auf dem Golfplatz (April-Juni 2011)

Der Gartenrotschwanz (Dez.-März 2011)

Die Blauracke (Apr.-Okt. 2010)

Silber Zertif. "GuN" (Jan.-März 2010)

Der Steinkauz (Sept.-Dez. 2009)

Aushagerungsflächen (Juli/August 2009)

Die Skudde (Mai/Juni 2009)

Bronze Zertif. "Golf und Natur" (Juni 2009)

Die Schleiereule (März/April 2009)

Umw.-proj. "Golf u. Natur" (Jan/Feb 2009)

Der Eisvogel (Nov/Dez 2008)

Der Zugvogel (Sep/Okt 2008)

Streuobstwiesen (Juli/Aug 2008)

Golfsport u. Naturschutz (Mai / Juni 2008)

Der Vogelgesang (März / April 2008)

Fließgewässer (Jan / Feb 2008)

Rotbuchen (Nov / Dez 2007)

Der Sandberg (Sept / Okt 2007)

Die Linde (Juli / Aug 2007)

Das ökologische Herz (Mai / Juni 2007)

Die Eiche (März / April 2007)

Orkan "Kyrill" (Jan / Feb 2007)

Die Gattung "Sorbus" (Nov / Dez 2006)

Streuobstwiesen (Sept / Okt 2006)

Die Artenvielfalt (Juli / Aug 2006)

Frühlingserwachen (März / April 2006)

Feldgehölze und Hecken (Jan / Feb 2006)

Die Teiche Hubbelrath (Nov / Dez 2005)

Der Naturraum des Golfclubs (Sept / Okt 2005)

X

Newsletter Anmeldung
Bitte geben Sie Ihren Namen und eine gültige E-Mail Adresse ein.


Newsletter Abmeldung
Bitte geben Sie zur Abmeldung Ihre E-Mail Adresse ein.