Das Frühjahr ist die schönste Zeit auf dem Golfplatz. Viele Gehölze und Blumen beginnen schon recht zeitig im Jahr zu blühen und innerhalb weniger Wochen wechseln sich diverse Blühaspekte auf dem Golfplatzgelände ab.
 
Den Reigen beginnt die Hasel, die bereits im Vorfrühling ihre gelben Kätzchenblüten hervorbringt. Kurz darauf blühen die Schneeglöckchen, als erste Vertreter der Zwiebelblumen. Auf dem Clubgelände gibt es an einem kleinen Teich am Rande der Bahn 10 des Ostplatzes und in der Nähe der Hoflagen größere Bestände.
 
Wie eine weiße Wand wirken die über und über mit unzähligen weißen Blüten
bewachsenen Schlehengebüsche. Ein besonders schönes und auffälliges befindet sich rechts des Grüns der Bahn 1 auf dem Westplatz. Die Schlehenblüten gehören zu den ersten Nektarquellen für viele Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge und Schwebfliegen. Besonders die großen bunten Tagpfauenaugen und die C-Falter fallen in den Schlehenblüten schon von weitem ins Auge.
 
Kurz nach den Schlehen erblühen deren nahe Verwandte, die Zwetschgen und Pflaumen in den Obstwiesen, gefolgt von Apfel und Birne. Besonders eindrucksvoll ist zudem die Zeit der Kirschblüte. In den Obstwiesen blühen dann die Süß- und Sauerkirschen und in den Säumen und Wäldchen des Clubgeländes die Vogelkirsche. Diese heimische Wildform der Süßkirsche ist in unseren Laubwäldern sehr verbreitet. Zwischen Buchen und Eichen fallen die Bäume jedoch kaum auf. Wie häufig der Baum verbreitet ist, kommt nur während der Blütezeit zur Geltung. Beispielsweise bei einer Autobahnfahrt sieht man die Bäume sehr oft entlang der Fahrbahn. Auch die vielen, in den Wäldern weiß blühenden Bäume, zeigen wie häufig dieser schöne Baum bei uns vertreten ist.
 
Das Wiesenschaumkraut taucht alle Hardroughs und Wiesen des Platzes im Frühjahr in ein zartes Rosa. Diese typische Pflanze frisch-feuchter Wiesen ist die Nahrungspflanze für einen sehr anmutigen Schmetterling, den Aurorafalter. Die Männchen, mit ihren leuchtend orangen Flügelspitzen sind sehr auffällig, fliegen aber nur wenige Wochen. Die Raupen ernähren sich vom Kraut der Pflanze und die Falter nutzen die Blüten zur Nahrungsaufnahme.

Die Hohe Schlüsselblume ist eine heimische wild wachsende Verwandte der beliebten Balkonprimel. Sie wächst in den Bachauen des Clubgeländes, oftmals im lichten Unterholz entlang der Bäche. Besonders im Bereich zwischen den Bahnen 2 und 3 auf dem Westplatz kann man sie auch von den Spielbahnen aus entdecken.
 
Diverse Blühaspekte gibt es auch weiter in den Sommer und Herbst hinein. Mit der Farbintensität und Explosivität des Frühjahres kann aber keine andere Jahreszeit mithalten.
 
Ebenfalls früh im Jahr unterwegs sind die Amphibien. Besonders der Grasfrosch und die Erdkröte machen sich in den ersten wärmeren Märznächten auf den Weg in ihre Geburtsgewässer. In dieser Zeit werden allgemein viele Amphibien auf ihrer Wanderung zu den Teichen überfahren. Da der Golfplatz eine sehr verkehrsarme Fläche darstellt, konnten sich sehr große Amphibienpopulationen ausbilden.
Beispielsweise kann man in den Kleingewässern entlang der Bahn 12 des Ostplatzes viele hundert Laichballen des Grasfrosches finden. Diese ist damit eine der größten Populationen in Düsseldorf. Dank der naturnahen Pflege der Gewässer auf dem Golfplatz konnte die Population von Grasfrosch, Erdkröte, Teich- und Bergmolch beachtlich gesteigert werden. Mit unserem Sport kommen sie kaum in Konflikt, da sie die Spielbahnen mangels Deckung meiden. So ist es nicht verwunderlich, dass sich in den vergangenen Jahren zusätzlich zwei sehr seltene Arten, der Kammolch und der Teichfrosch auf dem Golfplatzgelände angesiedelt haben.

Dr. Gerd W. Thörner und Dipl.-Geogr. Tobias Krause

Abbildung oben: Die Hohe Schlüsselblume - eine Charakterblume der Bachauen auf dem Golfplatz

Abbildung mitte: Die wunderschönen goldenen Augen der Erdkröte fallen erst auf den zweiten Blick auf.

Abbildung unten: Apfelblüte - die schönste Zeit der Obstwiesen

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