In diesem Beitrag werden die Fließgewässer auf der Anlage des Golf Club Hubbelrath betrachtet. Der Gewässerreichtum des Hubbelrather Platzes basiert auf dem atlantisch geprägten, sehr ausgeglichenen Klima. Milden Wintern stehen bei einer Jahresmitteltemperatur von etwa 8 °C nur mäßig warme Sommer gegenüber. Im Jahresmittel fallen 850 bis 900 mm Niederschlag. Durch diese Niederschlagsverhältnisse begünstigt, haben sich kleinere Bäche in die Landschaft eingeschnitten, die dem flachhügeligen Gelände seine heutige Morphologie geben.

Auf dem Westplatz zwischen den Bahnen zwei und drei befinden sich in und neben den obersten drei Teichen die Quellen des Hasenbeckbachs, der beim Gut Blumenrath das Clubgelände verlässt und nach insgesamt nur 1100 m Länge südlich von Esserberg in den Hasselbach mündet. Der Hasselbach selbst kreuzt die Bahnen 17 und 12 des Ostplatzes. Er ist bereits eines der größeren Fließgewässer und mündet in Ratingen bei der Buchmühle in den Schwarzbach. Somit gehören alle Fließgewässer auf dem Clubgelände zum Einzugsgebiet des Schwarzbaches, der in Düsseldorf-Wittlaer in den Rhein mündet.
Darüber hinaus gibt es kleinere namenlose Seitenquellen und –bäche, z.B. an der Bahn 17 des Westplatzes oder am achten Abschlag des Ostplatzes, die entweder dem Hasenbeckbach oder dem Hasselbach zufließen.
Die Bäche speisen acht größere Teiche und diverse kleinere Tümpel und Kolke (siehe Abbildung 1 und 3). Für Fische spielen die kleineren Bäche eine eher untergeordnete Bedeutung. Im Hasselbach und in den Teichen gibt es jedoch nennenswerte Fisch- und Muschelbestände.
„Wasser ist keine übliche Handelsware, sondern ein ererbtes Gut, das geschützt, verteidigt und entsprechend behandelt werden muss ... es ist erforderlich, eine integrierte Wasserpolitik in der Europäischen Gemeinschaft zu entwickeln.“ (Auszug aus den Erwägungsgründen der europäischen Wasserrahmenrichtlinie)
Diese inzwischen gesetzlich verankerte Erkenntnis steht am Ende eines Lernprozesses der Gesellschaft, dass die Gewässer elementarer und schützenswerter Teil unserer Umwelt sind. Im Gegensatz dazu dienten sie viele Jahrzehnte lang als Abwasser- und Niederschlagswasserkanäle, wurden dazu begradigt und oft in Beton gefasst. Darüber hinaus wurden sie für die Landwirtschaft oder für Bauvorhaben verrohrt. Zur Wasserkraftnutzung oder für Teichanlagen wurden Stauanlagen und Wehre errichtet.

Die oben genannte Wasserrahmenrichtlinie ist im Jahr 2000 in Kraft getreten und hat nunmehr das Ziel, diese Fehlentwicklung rückgängig zu machen und in 15 Jahren einen guten ökologischen Zustand der Gewässer zu erreichen. Dazu zählen neben der Gewässergüte auch die Struktur der Gewässer und die ökologische Funktion, insbesondere die Durchwanderbarkeit der Fließgewässer für Fische und andere Wasserlebewesen.
Ab Inkrafttreten läuft die genannte Frist zur rechtlichen und materiellen Umsetzung in den Mitgliedsstaaten an.
In Grunde genommen kann der Golf Club Hubbelrath als ein Vordenker der heutigen gesetzlichen Regelungen angesehen werden. Da bereits mehr als 10 Jahre vor dem Jahr 2000 damit begonnen wurde, Gewässer zu renaturieren und stärker ökologisch in Wert zu setzen, sind die Vorgaben der Richtlinie auf dem Clubgelände bereits weitestgehend umgesetzt. Der Hasselbach wurde entlang der Bahn 12 des Ostplatzes bereits vor 1990 naturnah umgestaltet. Zum Teil wurden Verrohrungen entfernt, Altarme und Kolke wurden angelegt. Im heutigen Landschaftsbild ist dies kaum noch zu erkennen, da durch diese Maßnahme einfach die Bachaue des Hasselbachs wieder hergestellt wurde. Diese Bachaue beherbergt inzwischen unter anderem eine der wenigen im Großraum bekannten Populationen der blauflügeligen Prachtlibelle sowie die vermutlich größte Population des Grasfrosches im gesamten Düsseldorfer Osten.
Ebenso naturnah wurde der Teil des Hasenbeckbachs auf dem Clubgelände renaturiert. Sechs der acht Teiche haben inzwischen naturnahe Bachüberläufe erhalten, so dass kleinere Wasserlebewesen im Bach wandern können. 2007 wurde dies am 7. Abschlag des Ostplatzes umgesetzt (siehe Abbildung 2).
Zuletzt wurde der Damm des Teiches 2 zwischen Loch 2 und Loch 3 des Westplatzes naturnah umgestaltet und mit einem mönchfreien Bachablauf versehen.
Im Weiteren sollen noch die Überläufe der verbleibenden zwei Teiche verbessert werden und weitere Bachteile auch offen geführt werden.
 
Dr. Gerd W. Thörner und Dipl.-Geogr. Tobias Krause

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