Immer wieder werden wir von den Mitgliedern angesprochen, dass sie noch nie eine Eule auf unserem Platz gesehen haben und wofür wir denn eigentlich die ganzen Kästen aufgestellt hätten. Wir wollen diesen Artikel daher nutzen, um die in Hubbelrath vorkommenden Eulen einmal vorzustellen. Und da dies fast alle der in Düsseldorf nachgewiesenen Arten sind, beschreiben wir die beiden fehlenden zusätzlich. Es ist wirklich erstaunlich, aber in Hubbelrath gibt es tatsächlich fünf Eulenarten.

 

Hierzu ist zunächst zu sagen, dass Eulen nachtaktiv sind, das heißt, "die Startzeit der Eulen" zum Golf spielen liegt im Sommerhalbjahr nach 22:00 Uhr. Dann ist es bereits tiefe Nacht und die Clubmitglieder bekommen die Eulen daher gar nicht mit. Ohne Schwierigkeit kann man sie jedoch an den artspezifischen Rufen erkennen, die bereits im zeitigen Frühjahr vorgetragen werden. Heute kann man diese Rufe, wie viele Tierstimmen, leicht im Internet finden.

 

Dass Eulen vorhanden sind, erkennt man wie beschrieben an ihren nächtlichen Rufen, zweitens aus Federresten, drittens an ihrem Gewölle, den Speiballen, die aus Knochen und Haaren ihrer Beutetiere bestehen. Die Gewölle sind artspezifisch und können zusätzlich dazu genutzt werden, die Kleinsäugerarten im Jagdgebiet der Eulen zu bestimmen. Dies ist vor allem anhand der Schädel- und Kieferknochen möglich.

Welche Arten sind nun in Hubbelrath anzutreffen?

 

 

Waldkauz (Strix aluco)

Der Waldkauz ist die häufigste Eule im Großraum Düsseldorf und so auch auf unserem Platz. Die bisweilen unheimlich klingenden Rufe werden besonders über das Winterhalbjahr vorgetragen und erinnern oft eher an Katzenjammer als an Eulenrufe. Die Tiere nisten in der Regel in großen Baumhöhlen oder auch in Nistkästen. Regelmäßig wurde daher in einem Eulenkasten an der Bahn 12 des Ostplatzes gebrütet. In diesem Frühsommer war dort das Paar mit mindestens drei Jungvögeln allabendlich zu hören. Der Waldkauz gilt als Habicht der Nacht und erbeutet neben Nagetieren auch Vögel bis zur Größe einer Rabenkrähe.

 

Waldohreule (Asio otus)

Die Waldohreule ist die klassische Eule überhaupt. Sie hat hübsche kleine Ohren und trägt die typischen „schuhu“-Rufe vor, die wir sofort als Ruf einer Eule erkennen. Sie ist deutlich kleiner als der Waldkauz und brütet in verlassenen Krähennestern in offenerem Gelände mit Hecken und Baumreihen. Daher findet auch diese Art auf unserem Platz gute Bedingungen. Im Winter sammeln sich Waldohreulen zu größeren Schlafgemeinschaften.

 

Steinkauz (Athene noctua)

Der Steinkauz ist eine sehr kleine Eule, kaum größer als eine Amsel. Zur Freude der Golfer ernährt er sich von Regenwürmern und Feldmäusen, die er in kurzgrasigem Gelände, wie bei uns auf dem Golfplatz, erbeut. Er siedelt nahe von Bauernhöfen und besonders in Obstwiesen und Kopfweidengebieten. Die Hauptvorkommen in Düsseldorf befinden sich in der Rheinaue mit einem überregionalen Schwerpunkt in der Urdenbacher Kämpe, dem Zonser Grind und dem Himmelgeister Rheinbogen. Aber sogar im Rheinpark an der Cecilienallee brütet ein Paar. Auf unserem Platz wird die Art regelmäßig im Umfeld des Gutes Blumenrath im Bereich des Westplatzes gehört.

 

Schleiereule (Tyto alba)

Bei der Schleiereule haben wir es mit einem nach der Systematik der Biologie gänzlich anderen Vogel zu tun. So kommt es, dass immer mindestens eine Art aus der Gattung der Schleiereulen gemeinsam mit den vergleichbar großen Käuzen und Waldohreulen vorkommt. Dies ist möglich, weil die Schleiereulen eine andere ökologische Nische ausfüllen als diese.

In Hubbelrath brütet die Schleiereule an diversen Höfen in Schleiereulenkästen. Da sie aber natürlicherweise in Baumhöhlen freistehender Einzelbäume brütet, wurde in England ein Nistkastentyp, freistehend im Gelände entwickelt. Von diesem Kastentyp haben wir drei Kästen auf unserem Gelände aufgestellt. Schleiereulen verteidigen Reviere von ca. 30 ha Größe, unser Golfplatz hat eine Fläche von über 90 ha, so dass theoretisch drei Schleiereulenpaare nächtliche Mitglieder in Hubbelrath sein könnten. Zumindest Gewölle der Schleiereule wurde dort schon nachgewiesen und an einer anderen Stelle in Hubbelrath ist es in so einem Kasten auch bereits zu einer erfolgreichen Brut gekommen.

 

Uhu (Bubo bubo)

Seit Menschengedenken brütet im Jahr 2014 in Hubbelrath wieder erfolgreich ein Uhupaar. In diesem Fall profitiert Düsseldorf, wie auch im Golfsport, vom Kreis Mettmann. Von dort kam Martin Kaymer, aber auch der Uhu. Wenige wissen, dass im Kreis Mettmann ein Verbreitungsschwerpunkt des Uhus liegt und dass es nirgendwo so viele Uhus gibt wie in den dortigen Kalksteinbrüchen. Durch die räumliche Nähe des ersten Brutplatzes in Hubbelrath können wir sicher sagen, dass der Uhu auch auf unserem Gelände Jagd auf Hasen, Igel, Tauben und andere größere Tiere macht.

 

Sperlingskauz (Glaucidium passerinum)

Diese Art kommt eigentlich lediglich in den Hochlagen von Nordrhein-Westfalen, wie im Sauerland und in der Hocheifel, vor. So war es eine große Sensation, als im Spätsommer 2012 mitten in Derendorf ein Sperlingskauz leicht verletzt aufgefunden wurde. Bis dahin war unbekannt, dass diese winzige, eben sperlingsgroße Eule, sich auch in unserem Raum aufhalten kann. Bis heute ist es jedoch bei diesem einmaligen Besuch in Düsseldorf geblieben.

 

Sumpfohreule (Asio flammeus)

Die Sumpfohreule ist in ganz Nordrhein-Westfalen als Brutvogel eine Ausnahmeerscheinung. Da diese Art jedoch in Nordosteuropa durchaus nicht selten ist und im Winter in unsere Breiten zieht, ist auch diese Art bereits in Düsseldorf als Wintergast aufgetaucht. Da sie flache Moore und Sümpfe besiedelt, hält sie sich auch im Winter lieber in ähnlichen Habitaten, so zum Beispiel im Himmelgeister Rheinbogen auf.

 

 

 

Dr. Gerd W. Thörner, Dipl. Geogr. Tobias Krause

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