NABU und LBV haben den Eisvogel zum „Vogel des Jahres 2009” gewählt, stellvertretend  für die Lebensgemeinschaften der Gewässer und Auen. Seine Lebensgrundlagen sauberes Wasser, naturnahe Bäche, Kleingewässer und Seen sind in Deutschland nach wie vor selten.
Nicht so auf unserem Clubgelände. Konsequente Pflege unserer Teiche als Artenschutzgewässer mit heimischen Kleinfischen, Amphibien und Libellen bilden die Grundlage dafür, dass der Eisvogel seit 10 Jahren kontinuierlich und erfolgreich auf unserem Platz brütet. Darüber hinaus wurden die Fließgewässer auf unserem Gelände konsequent renaturiert. Eines der noch verrohrten Teile kreuzt die Bahn 10 des Ostplatzes. Auch dieses Teilstück soll zukünftig offen geführt und somit renaturiert werden.
Saubere Gewässer sind für den Eisvogel von Bedeutung, da er seine Nahrung, die sich aus Fischen, Wasserinsekten, Kleinkrebsen und Kaulquappen zusammensetzt, im Wasser sehen muss, um von einer Ansitzwarte blitzschnell ins Wasser einzutauchen und Beute zu machen.
Die Herkunft des Namens des Eisvogels (Alcedo atthis) ist unklar. Der Name könnte auf das eisblaue Rückengefieder zurückzuführen sein oder auch vom althochdeutschen „eisan“ für „schillern“ oder „glänzen“ abgeleitet werden. „Schillervogel“ wäre eine gute Beschreibung für das flirrende Farbenspiel, das der Eisvogel im Sitzen und erst recht im Flug bietet. Wieder andere Autoren interpretieren den „Eisvogel“ als „Eisenvogel“ und vermuten einen Bezug auf das stahlblaue Rücken- oder das rostfarbene Bauchgefieder des Eisvogels.
Obwohl der Eisvogel ein sehr auffälliges Federkleid trägt, haben ihn nur wenige Menschen schon einmal zu Gesicht bekommen. Dazu ist zum einen zu sagen, dass er nicht sehr groß ist, etwa so groß wie eine Amsel. Durch den kurzen Schwanz wirkt er aber deutlich kleiner. Zudem sitzen die Tiere gerne versteckt und wenn sie über das Wasser fliegen, sieht man die blaue Oberseite gegen die Farbe des Wassers oft schlecht.
Markant dagegen ist sein kurzer, scharfer Ruf, der wie „tiht“ oder „ti-it“ klingt und bei Erregung zu „tih-tih“ oder „tit-tit-tit“ abgewandelt wird. Kennt man den Ruf, kann man ihn auch öfter entdecken.

In West- und Mitteleuropa ist der Eisvogel ein Standvogel. In Wintern mit strengem Frost weichen die Tiere an die Fließgewässer aus. Aufgrund von Nahrungsknappheit können dann erhebliche Anteile der Population verhungern.

Dies gleicht der Eisvogel durch eine vergleichsweise hohe Reproduktionsrate wieder aus. Zwischen Februar und März streifen Eisvögel laut rufend die Gewässer entlang. Wenn sie einen möglichen Partner und eine möglichst senkrechte Lehmwand gefunden haben, finden ausgedehnte Verfolgungsflüge flach über dem Wasser statt. Zur Balz trägt das Männchen kleine Fische herbei, um sie in einer Verbeugung dem Weibchen zu überreichen, welches sie rufend und mit zitternden Flügeln entgegennimmt.

In die Lehmwand wird dann innerhalb weniger Tage eine etwa 60 cm lange leicht ansteigende Brutröhre gegraben, an deren Ende eine Brutkammer angelegt wird. Oft werden auch alte, noch intakte Bruthöhlen nach einer Säuberung wieder bezogen. Es werden sechs bis acht Eier gelegt. Die Brutzeit dauert 19 bis 21 Tage.
Ende Mai bis Mitte Juni fliegen die Jungen 23 bis 28 Tage nach dem Schlüpfen aus. Bereits nach ein bis zwei Tagen werden sie energisch und laut rufend von den Altvögeln aus dem Revier vertrieben. Im Juni bis Juli folgt nach einer verkürzten Balz eine zweite Brut, deren Ablauf sich nicht wesentlich von der ersten unterscheidet. Auch Schachtelbruten mit Überschneidungen von fünf bis zehn Tagen sind möglich. Es kommen Dritt- und sehr selten sogar Viertbruten vor, bei denen die Jungvögel im Oktober ausfliegen.
An der Brutwand unserer Eisvögel sind die Spuren diverser Bruten aus den letzten Jahren zu sehen. Inzwischen ist die Wand jedoch etwas zugewachsen und wird daher in diesem Winter wieder etwas freigestellt und neu abgestochen, um den nötigen Schutz vor Beutegreifern sicherzustellen. Wir müssen nach wie vor etwas für unseren Eisvogel tun, da natürliche Steilwände an unseren Fließgewässern durch den Gewässerausbau kaum noch entstehen.
Somit setzen wir uns bereits seit vielen Jahren für den Eisvogel ein und nicht umsonst haben wir den Eisvogel als Logo für unsere Reihe „Golf Wildlife“ ausgewählt.
 
Dr. Gerd W. Thörner und Dipl.-Geogr. Tobias Krause

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