In diesem Artikel wollen wir sozusagen das ökologische Herz des Clubgeländes vorstellen. Es schlägt zwischen den Bahnen 10 und 17 des Ostplatzes. Zwischen den Bahnen 8, 10 und 11 entspringen mehrere kleinere Quellen. Sie speisen insgesamt 4 Teiche und vereinigen sich im großen Teich an der Bahn 7. Von dort fließt ein kleiner, namenloser Bach oberirdisch in den kleineren Teich unterhalb des 7. Abschlages und von dort neuerdings, nach der Renaturierung dieses Teiches, durch eine kleine Furt in Richtung Hasselbach, in den er nach wenigen Metern mündet. 

Im Umfeld befinden sich wertvolle Landschaftselemente der kleineren Bachtäler, insbesondere bachbegleitender Erlenwald, der in den Hanglagen mit großen Eschen und Eichen durchsetzt ist.
Die große räumliche Nähe von Waldfragmenten, Bächen, Teichen, Feucht- und Wiesensäumen in diesem Bereich machen das Vorkommen besonders vieler Tierarten möglich und gerade hier sollten Sie neben dem Golfsport die Augen in die Umgebung schweifen lassen.
 
Hier fliegen besonders viele Schmetterlinge. Aufgrund der vielfältigen Waldrandlangen sind darunter sehr seltene Arten, wie der Blaue Eichenzipfelfalter, der in Düsseldorf bisher nur an drei Fundorten nachgewiesen wurde.
 
Nach der Renaturierung der Teiche haben sich viele Libellenarten, wie die Westliche Keiljungfer, die Große Königslibelle und an den Bächen die Gebänderte - und die Blauflügelige Prachtlibelle angesiedelt. Letztere kommt außer auf dem Clubgelände großräumig nur noch im Rotthäuser Bachtal vor.
Ein weiteres Indiz für den Insektenreichtum insgesamt sind die regelmäßigen Funde von Hornissennestern in den Vogel- und Fledermausnistkästen, da diese große Wespenart als reiner Insektenjäger auf reiche Beutegründe angewiesen ist.
 
In den Teichen leben im Frühjahr hunderte von Amphibien. Die häufigste Art ist die Erdkröte, deren schwarze Kaulquappen im Frühjahr in Schwärmen von vielen tausend Individuen in den Teichen zu beobachten sind. Daneben kommen Grasfrosch, Teichmolch und Bergmolch in zum Teil großen Stückzahlen in den Teichen vor.
Die sehr großen Vorkommen dieser vier allgemein häufigen Arten sind bereits für den gesamten Düsseldorfer Osten bemerkenswert. Die Bedeutung des Clubgeländes wird jedoch durch die darüber hinaus vorkommenden Arten Kammmolch und Teichfrosch erkennbar, die im Düsseldorfer Osten ansonsten großräumig nicht vorkommen und beide durch europäisches Recht geschützt sind.

Neben den Amphibien kommen eine Reihe heimischer Kleinfischarten in diesem Bereich vor. Nachdem die Karpfen aus den Teichen entfernt wurden – wir berichteten bereits – haben sich große Bestände des Moderlieschens, des Rotauges und der Rotfeder etablieren können. Zusätzlich kommen noch Flussbarsch und Dreistacheliger Stichling vor. Dieser Fischreichtum ist der Grund für die seit fast 10 Jahren kontinuierlich erfolgenden Bruten des Eisvogels.
 
Weitere Wasservögel komplettieren den bunten Reigen in diesem Bereich. Die auffälligsten sind die Kanadagänse (Abbildung 1), Stockenten und Blässhühner, die dort seit vielen Jahren leben. In letzter Zeit kann man immer häufiger die hübschen, rostroten Rostgänse beobachten. Schwieriger auszumachen sind seltenere Arten, wie die gelbbäuchige Gebirgsstelze und als Wintergast der winzige Zwergtaucher.
 
Erst der Abend- und Nachtgolfer kann weitere bedeutende Tierarten zu Gesicht bekommen. Der Dachs lebt in einem großen Bau im Wald auf der linken Seite vom 7. Abschlag (Abbildung 3). Den Bau kann man allerdings auch tagsüber vom Weg aus sehen, da Dachse größere Mengen Erdreich bewegen. Die Tiere selber kann man dagegen nur sehr selten entdecken.
 
Um die Teiche fliegen abends viele Fledermäuse. Durch die Auswertung von Detektornachweisen und die Funde in Fledermauskästen konnten bisher sechs Arten sicher identifiziert werden. Neben den häufigeren Wasser- und Zwergfledermäusen (Abbildung 2) und dem Großen Abendsegler, kommt die Rauhautfledermaus als Waldfledermaus regelmäßig vor. Für Düsseldorf einmalig wurden bisher nur in Fledermauskästen auf dem Clubgelände die Kleine Bart- und die Teichfledermaus nachgewiesen.
 
Diese Auflistung ließe sich auch in anderen Tierartenfamilien und zusätzlich bei den Pflanzenarten fortsetzen. Wir wollen mit diesem Beitrag einen Anreiz geben, besonders in diesem Bereich des Clubgeländes auf die Natur zu achten und sich der Bedeutung dieses ökologischen Kernstückes des Clubgeländes bewusst zu werden.
 
Dr. Gerd W. Thörner und Dipl.-Geogr. Tobias Krause

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1. Gold-Rezertifizierung beim Qualitäts-Management-Programm „GOLF & NATUR" (Okt.-Dez. 2012)

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