Unter diesem Titel fand am 21.05.2011 die erste öffentliche Führung statt, die den 22 Teilnehmern die Maßnahmen von Golf und Natur näherbrachte. Um möglichst unterschiedliche Tierarten beobachten zu können, war die Veranstaltung als abendliche Führung ab 20:00 Uhr unter meiner Leitung konzipiert.

Der Treffpunkt am Clubparkplatz war gleichzeitig auch der erste Standort der Führung, da der Sandberg als höchste natürliche Erhebung der Stadt Düsseldorf bereits die erste Besonderheit des Clubgeländes darstellt. In den Nistkästen am Weg zum Clubhaus wurde vor einiger Zeit der Siebenschläfer gefunden. Dieses Tier benötigt höhlenreiche Bäume mit rauer Rinde, bisweilen werden auch Nistkästen besiedelt. Am Sandberg befindet sich einer der wenigen bekannten Fundorte in der Region.

Am Clubhaus vorbei querten wir die Bahn 18 des Westplatzes, um im unterhalb gelegenen Pappelwäldchen den Bussard an seinem Horst zu beobachten. Insgesamt brüten bis zu vier Paare Bussarde auf dem Gelände. Diese Dichte wird in vergleichbar großen landwirtschaftlichen Flächen nicht erreicht, da für den Bussard auf dem Clubgelände mehr Nahrung zur Verfügung steht. Dazu zählen zum einen die Hasen, die wir im Verlaufe der Führung an mehreren Stellen beobachten konnten sowie andere Nagetiere. Zu einem nicht unerheblichen Anteil fressen Bussarde aber auch Regenwürmer, die auf dem Platz bekanntermaßen häufig vorkommen (wir berichteten).

Über die Bahnen 1 und 2 des Westplatzes ging es dann hinunter zu den Teichen. Dort konnten wir dem Chor der Kleinen Teichfrösche lauschen. Diese Art ist zurzeit der seltenste Frosch im Großraum Düsseldorf und auf dem Westplatz erst aufgetreten, nachdem Gehölze um die Teiche gerodet wurden, wodurch diese wieder stärker von der Sonne erwärmt werden.

Unsere Eisvogelnisthilfe ist zum ersten Mal bewohnt, allerdings von einem Untermieter für den die Nisthilfe eigentlich nicht gedacht war – einer Kohlmeise.

Über die Bahnen 16 und 17 des Westplatzes gelangten wir auf die große Streuobstwiese oberhalb des Gutes Blumenrath. Dort konnten die unterschiedlichen Nisthilfen für den Steinkauz vorgestellt werden. Im Umfeld des Gutes Blumenrath kommt der Steinkauz wieder vor, ein Erfolg der doch sehr aufwändigen kontinuierlichen Pflege der Obstwiesen.

Bisher noch nicht besetzt war der Nistkasten für den Gartenrotschwanz, einer weiteren typischen Vogelart der Obstwiesen. Allerdings ist diese Art in Düsseldorf bereits so selten, dass eine Besiedelung noch etwas dauern kann.

Im Unterhang der Wiese steht ein mächtiger Apfelbaum, der den Arbeitsnamen „Blumenrath Schafsnase“ trägt. Dieser Baum ist vermutlich über 150 Jahre alt und die eigentliche Sorte ist unbekannt. Vielleicht gelingt es eines Tages die Früchte des Baumes einem der vielen alten Farbstiche von heute unbekannten Sorten zuzuordnen. Auf jeden Fall wurden von dem Baum im vergangenen Winter Reiser geschnitten und diese auf Jungbäume veredelt. Diese Jungbäume werden im kommenden Herbst nachgepflanzt, um diese Sorte auf jeden Fall zu erhalten. Der Wert der Sorte zeichnet sich schon jetzt dadurch aus, dass der Altbaum nach so langer Zeit noch stark wüchsig, gesund und vital ist. Damit verfügt er wohl auch genetisch über Eigenschaften, die vielen modernen Apfelsorten, wie der Rubinette, dem Cox Orange oder dem Jonagold fehlen.

Weiter ging die Führung über die Bahnen 3 und 4 des Ostplatzes vorbei an der neuen Streuobstwiese mit dem Schleiereulekasten nach englischen Vorbild. In dem Kasten gibt es sozusagen zwei Wohnungen, eine für die Jungvögel und eine, für Vater und Mutter, wenn der Nachwuchs ihnen zu aufdringlich wird. Über die Bahn 5 ging es dann zur neuen Magerwiese vor dem Abschlag der Bahn 6 auf dem Ostplatz. Die Magerwiese blühte herrlich und die Margeriten leuchteten sogar im Abendlicht, dazwischen Salbei und Wiesenwitwenblume, -flockenblume und Seifenkraut. Die Anlage dieses Bereiches – dabei wurden viele Kubikmeter Sand untergemengt - hat sich gelohnt.

Über die Bahnen 6 und 12 des Ostplatzes ging es durch die Aue des Hasselbaches in Richtung des 7. Abschlages. Die Renaturierung dieser Bachaue war eines der ersten großen Projekte des Clubs. Heute ist kaum noch vorstellbar, dass der Bach weitestgehend verrohrt war und in geradem Verlauf am Rand eines Ackers lag. Heute finden wir eine reichhaltig blühende Bachaue mit den typischen Prachtlibellen, Gebirgsstelzen und Eisvögeln. Deren Brutplatz wurde schließlich im Verlaufe der Bahn 7 des Ostplatzes aufgesucht. Die Anlage der Steilwand erfolgte im Zuge der Teichneugestaltung. Seitdem brütet der Eisvogel dort regelmäßig. Zum Zeitpunkt der Führung konnten wir ein Paar Nilgänse mit ihren Jungtieren auf dem Teich beobachten.

Inzwischen war es dämmrig geworden und so konnten wir über den Bahnen 7 und 8 den Großen Abendsegler auf der Jagd nach Insekten beobachten. Diese große Baumfledermaus fliegt bereits in der Abenddämmerung und begleitete uns fast bis zurück zum Clubhaus.

Insgesamt ein Abend voller Natureindrücke, eine Besucherin faste passend zusammen: „Ich hätte nicht für möglich gehalten, dass es hier so etwas gibt!“

Dipl.-Geogr. Tobias Krause

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